Hirtenbrief zur Fastenzeit
18. Februar 2026
Evangelisierung: Wer, was, wo, wie, warum?
Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich
Liebe Brüder und Schwestern,
In diesem Fastenhirtenbrief möchte ich unseren Blick auf die Mission richten, wie es uns der von Papst Franziskus initiierte, und von Papst Leo IV. fortgesetzte, synodale Weg empfiehlt. Dieser Ansatz empfiehlt die Synodalität oder die Beteiligung der Gläubigen im Hinblick auf die Mission und die Evangelisierung.ieses Thema der Evangelisierung auf neue Weise zu eigen zu machen. Die Elemente, die ich hier vorstelle, wurden nach der Logik zusammengestellt, die Papst Paul VI. in seinem großen Apostolischen Schreiben über die Evangelisierung, Evangelii nuntiandi (Das Evangelium verkünden), entwickelt hat, dessen 50-jähriges Jubiläum wir gerade gefeiert haben. Der Papst präzisiert, wer evangelisiert, wer evangelisiert wird, worin die Evangelisierung besteht, was ihr Inhalt ist, wo und wie sie stattfindet und welcher Geist ihr zugrunde liegt, kurz gesagt das „Wer, Was, Wo, Wie, Wofür?“ der Evangelisierung. Diese Themen wurden von Papst Hl. Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Redemptoris missio (1990) und von Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium (2013) aufgegriffen.
Die Umkehr
Die Fastenzeit lädt uns ein, zunächst uns selbst zu evangelisieren, indem wir eine innere Umkehr erleben. Dies gilt insbesondere für den Aschermittwoch, der uns zum Gebet, zum Fasten und zur Almosengabe einlädt. Das zeigen uns die großen Evangelien der Fastensonntage, die seit Jahrhunderten ausgewählt werden, um die Katechumenen bei der Vorbereitung auf ihre Taufe und die anderen Sakramente der christlichen Initiation zu Ostern zu begleiten. Die Versuchung Jesu in der Wüste mündet in seinen Sieg über das Böse und in seine Mission (1. Sonntag, Mt 4,1-11). Die Verklärung Jesu verändert die Sichtweise der Jünger auf ihn: Sie entdecken sowohl seine Göttlichkeit als auch seine Menschlichkeit, die zur Passion führen wird (2. Sonntag, Mt 17,1-9). Die samaritanische Frau, die Jesus am Jakobsbrunnen begegnet, entdeckt das liebende Herz Jesu und bekehrt sich zu einem neuen Leben, sodass sie beginnt, ihr Dorf zu evangelisieren (3. Sonntag, Joh 4,5-42). Der Blindgeborene gewinnt durch die Begegnung mit Jesus sein Augenlicht zurück, erkennt in einem inneren Blick, wer Jesus ist, und bezeugt dies vor anderen (4. Sonntag, Joh 9,1-41). Bei der Auferweckung des Lazarus offenbart Jesus seine Macht über den Tod und weckt den Glauben der Anwesenden (5. Sonntag, Joh 11,1-45). Jeder dieser Menschen hat dank Jesus eine innere Umkehr erlebt. Man könnte dies mit den Worten des Hl. Papst Paul VI. in seinem Apostolischen Schreiben über die Verkündigung des Evangeliums, Evangelii nuntiandi, zusammenfassen: „Als Kern und Mittelpunkt seiner Frohen Botschaft verkündet Christus das Heil, dieses große Geschenk Gottes, das Befreiung von allem ist, was den Menschen bedrückt, vor allem aber Befreiung von der Sünde und vom Bösen, in der Freude, Gott zu erkennen und von ihm erkannt zu werden, ihn zu sehen und sich ihm anzuvertrauen“ (EN, 9). Das Reich Gottes und das Heil „erlangt jeder durch eine vollständige innere Umkehr, die das Evangelium als „Metanoia“ bezeichnet, eine radikale Bekehrung, eine tiefgreifende Veränderung der Sichtweise und des Herzens“ (EN,10). Wie Jesus sagt: „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 4,17). So besteht beispielsweise in einem Krankenhaus die Evangelisierung darin, dem Kranken zu ermöglichen, eine innere Bekehrung zu erleben, indem er seine Situation mit Glauben und Hoffnung akzeptiert und gleichzeitig das Gefühl der Ungerechtigkeit des Leidens lebt.
Auch in der Evangelisierung ist Bekehrung notwendig, denn wir selbst können Hindernisse für die Verkündigung des Evangeliums sein. Durch anti-evangelische Haltungen, durch Machtmissbrauch und Missbrauch aller Art diskreditieren wir das Evangelium. Wir sind auch versucht, unter verschiedenen Vorwänden den Bereich des missionarischen Einsatzes einzuengen oder uns vom Widerstand des menschlichen Herzens gegen die Botschaft des Glaubens und der Liebe beeindrucken zu lassen (EN, 50). Die Bekehrung ist auch deshalb notwendig, weil wir eine Situation erleben, in der die Kirche im Vergleich zu früheren Zeiten geschwächt ist; wir versammeln weniger Menschen als früher. Das bedeutet nicht, dass wir uns entmutigen lassen sollten; vielmehr müssen wir uns als kreative Minderheiten verstehen, wie Papst Benedikt XVI. sagte.
1. Jesus, der erste Evangelisierer
Jesus selbst sagte: „Ich muss die Frohbotschaft vom Reich Gottes verkünden (Lk 4,43)“ (EN, 6). In der Synagoge von Nazareth präzisiert er: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Armen die Frohbotschaft zu bringen “ (Lk 4,18). Die Menschen reagieren darauf mit den Worten: „Das ist eine neue Lehre, die mit Vollmacht gegeben wird!“ (Mk 1,27) oder auch: „Noch nie hat ein Mensch so gesprochen wie dieser Mensch!“ (Joh 7,46). Tatsächlich offenbart sich Jesus durch seine Worte und Taten, insbesondere durch seine Heilungen.
Aber er bleibt bei dieser Mission nicht allein; er sagt zu seinen Jüngern: „Geht hinaus und verkündet die Frohe Botschaft“ (Mk 16,15). So folgt die Urkirche seinen Spuren, angefangen mit dem Apostel Paulus, der sagte: „Von der Verkündigung des Evangeliums bleibt mir kein Ruhm. Es ist meine Pflicht. Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündet!“ (1 Kor 9,16) (EN, 14). Jesus hatte seinen Aposteln gesagt: „Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern“ (Mt 28,19). Jesus und die ersten Jünger gehen uns in der Evangelisierung voraus.
2. Was bedeutet evangelisieren?
Die Verkündigung an die Menschen und die Evangelisierung der Kulturen
Worin besteht der Prozess der Evangelisierung? Im Grunde genommen geht es darum, das Evangelium von Person zu Person weiterzugeben, durch Predigt, Katechese, Taufe und andere Sakramente (EN, 17). Es geht darum, die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und die Menschheit selbst zu erneuern (EN, 18). Von da an gleitet man von der Evangelisierung der Menschen zur Evangelisierung der Kulturen: „Es gilt, die Kultur und die Kulturen des Menschen zu evangelisieren, wobei man immer von der Person ausgeht und dann stets zu den Beziehungen der Personen untereinander und mit Gott fortschreitet” (EN, 20).
Der Papst betont die Evangelisierung der Kulturen: „Der Aufbau des Reiches Gottes kann nicht ohne Elemente der Kultur und der menschlichen Kulturen auskommen. Die Trennung zwischen Evangelium und Kultur ist zweifellos das Drama unserer Zeit, wie es auch das anderer Epochen war. Deshalb müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um eine großzügige Evangelisierung der Kultur, genauer gesagt der Kulturen, zu erreichen.“ Papst Johannes Paul II. wird diesen Begriff der Kultur weiter ausführen, indem er von „Kulturräumen oder modernen Areopagen“ spricht.
Für uns ist das heute eine große Herausforderung: Es geht darum, Einfluss auf die Kultur zu nehmen, angefangen bei unserem unmittelbaren Lebensumfeld bis hin zu den sozialen Strukturen auf nationaler und globaler Ebene. Dazu gehört auch, sich über Ungerechtigkeiten und Missstände zu empören. Aber das zeigt sich auch in der Offenheit der Kirchen und der Gastfreundschaft gegenüber Besuchern.
Das stille Zeugnis und die explizite Weitergabe
Im Gegensatz dazu betont der Papst anschließend das Zeugnis: „Das Evangelium muss in erster Linie durch das Zeugnis verkündet werden. Durch dieses Zeugnis ohne Worte wecken die Christen in den Herzen derer, die sie leben sehen, unwiderstehliche Fragen“ (EN, 21). In einem Kontext von Krankheit und Leiden wird ein Zeugnis aus dem Herzen des Glaubens tatsächlich gelebt, auch wenn eine explizite Weitergabe schwierig ist.
Mit einem neuen Kontrast unterstreicht der Papst die Notwendigkeit einer expliziten Verkündigung: „Das schönste Zeugnis erweist sich auf die Dauer als unwirksam, wenn es nicht erklärt, begründet und durch eine durch eine klare und eindeutige Verkündigung des Herrn Jesus Christus entfaltet wird“ (EN, 22). Natürlich muss das Herzstück des Glaubens in eine zeitgemäße Sprache übersetzt werden. Die Vermittlung des Evangeliums ist wichtig und muss die Sprachformen der Adressaten berücksichtigen. Es geht darum, durch ein allmähliches Erwachen zum Glauben eine Begegnung mit Jesus Christus zu ermöglichen.
Die Zustimmung des Herzens und die Zustimmung zur Kirche
Dann öffnet der Papst eine neue Tür: „Die Verkündigung erhält in der Tat ihre volle Dimension nur, wenn sie gehört, aufgenommen und angeeignet wird und in dem, der sie so annimmt, die Zustimmung des Herzens bewirkt“ (EN, 23). Die Zustimmung des Herzens geht jedoch mit einer Zustimmung zur Gemeinschaft einher: „Eine solche Zustimmung offenbart sich konkret durch einen sichtbaren Eintritt in eine Gemeinschaft von Gläubigen.“ Dies äußert sich in einer „Zustimmung zur Kirche“ und dem „Empfang der Sakramente“. Der Papst betont sowohl die persönliche Zugehörigkeit zu Christus als auch die Bedeutung der Gemeinschaft im Glaubensweg. Um zu evangelisieren, darf man also nicht in seinem Zimmer bleiben, sondern muss die Gemeinschaften einbeziehen. Dieser Ansatz besteht aus Gegensätzen und somit aus Ausgewogenheit. Er führt zu einer inneren Verwandlung.
3. Was beinhaltet die Evangelisierung?
Der Lehrgehalt: das Heil
Der Kern der Evangelisierung ist trinitarisch: „Evangelisieren besagt, zuallererst, auf einfache und direkte Weise Zeugnis zu geben von Gott, der sich durch Jesus Christus geoffenbart hat im Heiligen Geist“ (EN, 26). Die Evangelisierung beinhaltet die klare Verkündigung, dass „in Jesus Christus, dem menschgewordenen, gestorbenen und auferstandenen Sohne Gottes, das Heil einem jeden Menschen angeboten ist als ein Geschenk der Gnade und des Erbarmens Gottes“ (EN, 27). Papst Leo präzisiert: „Christ zu sein ist nicht in erster Linie eine Reihe von Praktiken oder Ideen: Es ist ein Leben in Einheit mit Christus, in dem wir an der kindlichen Beziehung teilhaben, die er mit dem Vater im Heiligen Geist lebt“. Jesus verkündet das Reich Gottes und lässt uns Gott als Vater entdecken. Das ist der Kern der Weitergabe des Glaubens. Deshalb kann man mit Valérie Le Chevalier sagen: „Was eine Weitergabe bewirkt, ist das Gefühl, ein Kind zu sein, wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn.“ Das Heil vollzieht sich in der Gemeinschaft mit dem einzigen Absoluten, Gott.
Dieser Glaube ist ein Weg und eine Tradition. Wie es im Psalm 24 heißt: „Herr, zeige mir deine Wege, lehre mich deine Pfade! Die Wege des Herrn sind Liebe und Wahrheit für diejenigen, die auf seinen Bund und seine Gesetze achten“ (Ps 24,4.10). Die ersten Christen wurden „die Leute vom Weg“ genannt, „Männer und Frauen, die dem Weg des Herrn folgten“ (Apg 9,2; 18,25; 24,22). Auf diesem Weg ist der Mensch aufgerufen, Gott zu suchen: „Mein Herz hat mir dein Wort wiederholt: ‚Suche mein Angesicht!‘ Dein Angesicht, Herr, suche ich; verbirg dein Angesicht nicht vor mir“ (Ps 26,8-9). Nach Jesus geht es darum, das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu suchen (Mt 6,33). Papst Johannes Paul II. betont diesen Begriff des Reiches Gottes sehr: „Das Reich betrifft die Menschen, die Gesellschaft, die ganze Welt. Für das Reich zu arbeiten bedeutet, die göttliche Dynamik anzuerkennen und zu fördern, die in der Menschheitsgeschichte gegenwärtig ist und sie verwandelt.“
Gleichzeitig sucht Gott den Menschen, insbesondere den Verlorenen: „Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,10). „Die Evangelisierung beinhaltet daher auch die Verkündigung der Hoffnung“. Diese mündet in eine kirchliche Dimension: „Denn die Evangelisierung besteht in ihrer Gesamtheit über die Verkündigung einer Botschaft hinaus darin, die Kirche einzupflanzen, die es aber ohne dieses sakramentale Leben nicht gibt, welches seinen Höhepunkt in der Eucharistie hat“ (EN, 28).
Der soziale Inhalt: die Befreiung
„Doch wäre die Evangelisierung nicht vollkommen, würde sie nicht dem Umstand Rechnung tragen, dass Evangelium und konkretes Leben des Menschen als Einzelperson und als Mitglied einer Gemeinschaft einander ständig beeinflussen. Darum fordert die Evangelisierung eine klar formulierte Botschaft, die den verschiedenen Situationen jeweils angepasst und stets aktuell ist, über die Rechte und Pflichten jeder menschlichen Person, (…) eine Botschaft über die Befreiung, die in unseren Tagen besonders eindringlich ist“ (EN, 29). Der Papst spricht dann die soziale Dimension der Befreiung an, in Verbindung mit den Zeugnissen der Bischöfe: „Es ist bekannt, mit welchen Worten (…) zahlreiche Bischöfe aus allen Kontinenten, vor allem die Bischöfe der Dritten Welt, mit einem pastoralen Akzent gerade über die Botschaft der Befreiung gesprochen haben, wobei die Stimme von Millionen von Söhnen und Töchtern der Kirche, die jene Völker bilden, miterklungen ist. Völker, wie Wir wissen, die sich mit all ihren Kräften dafür einsetzen und kämpfen, daß all das überwunden wird, was sie dazu verurteilt, am Rande des Lebens zu bleiben: Hunger, chronische Krankheiten, Analphabetismus, Armut, Ungerechtigkeiten in den internationalen Beziehungen und besonders im Handel, Situationen eines wirtschaftlichen und kulturellen Neokolonialismus, der mitunter ebenso grausam ist wie der alte politische Kolonialismus. Die Kirche hat, wie die Bischöfe erneut bekräftigt haben, die Pflicht, die Befreiung von Millionen Menschen zu verkünden“ (EN, 30). Der Papst kommt zu dem Schluss: „Zwischen Evangelisierung und menschlicher Entfaltung – Entwicklung, Befreiung – bestehen in der Tat enge Verbindungen“ (EN, 31). Seit 1975 hat sich die Sichtweise des Menschen weiterentwickelt, beispielsweise in Bezug auf das Leben als Paar, auf Familie und Gender; auch die Sichtweise der Gesellschaft hat sich weiterentwickelt im Hinblick auf Ökologie, Frieden, die Zukunft des Planeten, Machtmissbrauch, ungezügelten Kapitalismus, die Verfolgung von Christen und religiöse Indifferenz. Der Dialog ist daher wichtig.
4. Wie evangelisieren?
Die Frage, wie man evangelisiert, ist hochaktuell. Zunächst ist festzuhalten, dass Evangelisierung keine Einbahnstraße sein kann. Der Empfänger muss berücksichtigt werden, und Gegenseitigkeit spielt eine wichtige Rolle: Wenn ich das Evangelium weitergebe, empfange ich genauso viel, wie ich gebe.
Der erste Schritt ist das Zeugnis: „Das Zeugnis eines echt christlichen Lebens ist der erste Weg der Evangelisierung. Der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte“ (EN, 41).
Dann kommt die Verkündigung: „Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet? (…) So gründet der Glaube in der Botschaft, die Botschaft aber im Wort Christi“ (Röm 10,14.17), schreibt der heilige Paulus. Im Rahmen der Wortliturgie ist „die Homilie ein wertvolles und sehr geeignetes Mittel der Evangelisierung“ (EN, 43). Auch wenn die Homilie (Predigt) niemals selbstverständlich ist, zeigt sie doch den Weg eines Wortes, das sich hingibt, und eines Zuhörens, das das christliche Leben fördert.
Darüber hinaus: „ Ein Weg, der bei der Evangelisierung nicht vernachlässigt werden darf, ist der der katechetischen Unterweisung. Der menschliche Verstand, vor allem der der Kinder und Jugendlichen, muß durch eine systematische religiöse Unterweisung die fundamentalen Gegebenheiten und den lebensspendenden Inhalt der Wahrheit zu erfassen lernen, die Gott uns hat überliefern lassen“ (EN, 44). Hier zeigt sich die Rolle des Religionsunterrichts und der Schulseelsorge neben der Katechese im Pfarrverband. Hervorzuheben ist auch die Rolle der Theologie in ihrer Aufgabe, den Glauben in immer neuen kulturellen Kontexten zum Ausdruck zu bringen.
Heute ist die Nutzung sozialer Kommunikationsmittel, sozialer Netzwerke und digitaler Medien für die Evangelisierung wichtiger denn je, insbesondere YouTube, aber auch Facebook, Instagram und andere. Für unsere Diözese sind die Rolle von RCF (Radio Chrétienne Francophone), der Sendung « Glaube Kirche Leben » im deutschsprachigen Rundfunk (BRF), des Kommunikationsdienstes sowie alle Kommunikationsinitiativen der Pfarrverbände hervorzuheben. Auf nationaler Ebene sei an die Rolle von Cathobel und Dimanche erinnert. Die Nutzung sozialer Kommunikationsmittel für die Evangelisierung stellt jedoch eine Herausforderung dar: Die Botschaft des Evangeliums müsste über sie zwar zu viele gelangen, aber doch so, dass sie immer den einzelnen innerlich zu treffen vermag, sich in das Herz eines jeden einsenkt (EN, 45).
Das bedeutet jedoch nicht, dass der persönliche Kontakt entfällt: Die Vermittlung von Person zu Person bleibt gültig und bedeutsam. Die Evangelisierung muss das Leben erreichen -das natürliche Leben, dem sie vom Horizont des Evangeliums her, der sich ihr eröffnet, einen neuen Sinn verleiht, und dann das übernatürliche Leben, welches nicht die Verneinung, sondern die Läuterung und Erhöhung des natürlichen Lebens ist (EN, 47). Die Vermittlung des Evangeliums setzt Reaktionsfähigkeit, Überraschungsmoment und Kreativität voraus. In diesem Rahmen liegen unsere beruflichen Verpflichtungen: In der christlichen Qualität unseres beruflichen und sozialen Engagements strahlt das Evangelium um uns herum. Dasselbe gilt für das Familienleben: Auch wenn die Weitergabe des Glaubens innerhalb der Familien nicht selbstverständlich ist, bilden diese dennoch einen grundlegenden Nährboden für die Evangelisierung.
Das christliche Leben in seiner übernatürlichen Dimension findet seinen lebendigen Ausdruck in den Sakramenten. „Die Evangelisierung kommt zu ihrer ganzen Fülle, wenn in ihr die innige Verbindung oder besser noch, eine ununterbrochene Wechselwirkung zwischen Wort und Sakrament hergestellt wird.“ (EN, 47). Das Sakrament ist Quelle persönlichen und gemeinschaftlichen Gebetes. Es ist ein unmittelbares Mittel der Evangelisierung. Es bietet Raum für Begegnung und Gebet, Austauschs und Dialog, beispielsweise bei Trauerfällen und bei der Vorbereitung von Beerdigungen.
Dies führt zu einer Evangelisierung durch Volksfrömmigkeit: „Sowohl in jenen Gebieten, in denen die Kirche seit Jahrhunderten verwurzelt ist, als auch dort, wo sie im Begriff ist, Wurzeln zu fassen, findet man beim Volk besondere Ausdrucksformen des Glaubens und der Suche nach Gott“ (EN, 48). „Lange Zeit wurden sie für minderwertig gehalten und abfällig beurteilt, doch werden sie heute vielenorts neu entdeckt“. In der Volksfrömmigkeit „kommt ein Hunger nach Gott zum Ausdruck, wie ihn nur die Einfachen und Armen kennen.“ Man könnte von Grundwasservorkommen des Glaubens sprechen, von verborgenen unterirdischen Strömungen, von verborgenen spirituellen Bedürfnissen, die wieder an die Oberfläche der Erde treten können.
Dies zeigt die Bedeutung geistlicher Bewegungen und christlicher Gemeinschaften für die Evangelisierung: Durch das Zeugnis der Gemeinschaft vermitteln sie die Botschaft des Evangeliums auch durch Freundschaft und Solidarität. Auf dieser Ebene geht es darum, erste Schritte zu unternehmen und mutig auf den anderen zuzugehen.
Aber wie kann man Kulturen evangelisieren? Es geht zweifellos darum, durch christlich inspirierte kulturelle und soziale Vereinigungen einen evangelischen Einfluss auf die in der Gesellschaft gelebten Werte auszuüben. In diesem Sinne leisten unsere Engagements in verschiedenen gemeinnützigen Vereinigungen einen wertvollen Beitrag zur Evangelisierung der Kultur. Oft muss man wohl von Neuem beginnen: Wir müssen sowohl Professionalität in unserem Engagement als auch eine explizite oder implizite christliche Motivation zeigen, um unsere kulturellen und sozialen Initiativen zu untermauern. So tragen die Schulträger zur Evangelisierung bei, indem wir die Schulleitungen auf dieses Thema ansprechen. In diesem Sinne sind auch unser Engagement für die Armen dieser Welt und für soziale Gerechtigkeit von großem Wert und kommen beispielsweise durch Miteinander Teilen, Caritas und viele andere Dienste zum Ausdruck. Papst Franziskus betont in diesem Zusammenhang die soziale Integration der Armen. Unser Engagement für die Kultur lädt uns ein, unser religiöses Erbe in Kunst, Architektur, Bildhauerei, Musik, Literatur und Liturgie wieder zu entdecken und zu schätzen. Denn durch die Qualität der Kunstwerke, die uns die Vergangenheit hinterlassen hat und die uns die Gegenwart schenkt, entdecken wir Wege zum Glauben und zur Spiritualität. Es geht also darum, Schönheit und Kreativität zu pflegen. Ebenso fordern eine Kultur des Lebens und ein Evangelium des Lebens, wie sie von Johannes Paul II. entwickelt wurden, unsere Gesellschaften in einem evangelischen Sinne heraus.
Wie wir sehen können, schafft dieser Ansatz bei den Mitteln der Evangelisierung ein Gleichgewicht zwischen privaten Wegen der Evangelisierung (Zeugnis, persönlicher Kontakt, Gebet, Familie) und anderen, öffentlichen Wegen (Predigt, Katechese, Liturgie, Volksfrömmigkeit, Bewegungen und Vereinigungen), wobei letzterem ein besonderer Schwerpunkt zukommt.
5. An wen richtet sich die Evangelisierung?
Papst Paul VI. erklärt: „Bei der Synode hat sich die Kirche erneut dazu bekannt, daß man der Verkündigung des Evangeliums keine Fesseln anlegen und sie nicht einengen darf auf einen bestimmen Bereich der Menschheit, auf bestimmte Bevölkerungsschichten oder auf nur eine Kulturform“ (EN, 50).
Diejenigen, die Jesus Christus nicht kennen
Zunächst geht es darum, „Jesus Christus und sein Evangelium denen zu verkünden, die ihn noch nicht kennen“ (EN, 51). Das ist die erste Verkündigung. Diese erweist sich aufgrund der heutzutage häufigen Entchristlichung immer mehr als notwendig (EN, 52). Sie ist notwendig „für einfache Menschen, die zwar einen gewissen Glauben haben, seine Grundlagen aber kaum kennen, ferner für Intellektuelle, die das Bedürfnis spüren, Jesus Christus in einem anderen Licht kennenzulernen als bei der Unterweisung in ihrer Kinderzeit”. Das entdecken wir heute durch das Kommen von Katechumenen in unsere Kirchen und durch die Anwesenheit von Neuankömmlingen, oft jungen Menschen. Junge Menschen suchen nach Orientierungspunkten für ihren Glauben. In religiösen Gemeinschaften ist das Bedürfnis nach Identität stärker als früher.
Anhänger anderer Religionen
Die Evangelisierung „richtet sich auch an grosse Zahl von Menschen die nichtchristlichen Religionen angehören. Die Kirche respektiert und schätzt die nichtchristlichen Religionen. Sie sind ja der lebendiger Ausdruck der Seele breitester Gruppen“ (EN, 53). Sie sind eine echte „Vorbereitung auf das Evangelium“. „Weder die Achtung und Wertschätzung dieser Religionen noch die Vielschichtigkeit der aufgeworfenen Fragen können für die Kirche eine Aufforderung darstellen, eher zu schweigen als Jesus Christus vor den Nichtchristen zu verkünden“. Der Papst fügt hinzu: „Wir glauben, dass die gesamte Menschheit in einer unerschöpflicher Fülle alles das finden kann, was sie suchend und tastend über Gott, über den Menschen und seine Bestimmung, über Leben und Tod, und über die Wahrheit in Erfahrung zu bringen sucht“ (EN, 53). Der interreligiöse Dialog basiert auf dem Zeugnis der Suche nach der Wahrheit. Dies hat Papst Johannes Paul II. 1986 in Assisi im Gebet der Religionen für den Frieden gefördert.
Die Nichtglaubenden
In unseren Gesellschaften führt die zunehmende Säkularisierung auch zu Nichtglauben. Dieser kann auf einer rationalistischen Weltanschauung oder einer von jeglichen Prinzipien unabhängigen moralischen Sichtweise beruhen. „Hier geht es uns (…) um die eigentliche Säkularisierung, nämlich jene Auffassung von der Welt, derzufolge sie sich ganz aus sich selbst erklärt, ohne daß es eines Rückgriffs auf Gott bedürfte; Gott wird überflüssig, zu einem Störfaktor.“ (EN, 55). Das Zeugnis, die philosophische Argumentation, die Kultur des Lebens und der Dialog ermöglichen es, Standpunkte anzunähern, Widerstände abzubauen und Grenzen zu verschieben. In einer Welt, die von Gewalt und Störungen aller Art bedroht ist, ist das allgemeine Klima angstbesetzt geworden und kann zum Glauben führen, der als Alternative und zuverlässige Quelle der Hoffnung erlebt wird.
Die Gläubigen selbst
Die Evangelisierung richtet sich auch an jeden von uns, denn sie ist niemals abgeschlossen oder vollkommen. Sowohl die Evangelisierten als auch die Evangelisierenden bleiben Sünder und können Widerstand gegen die Evangelisierung hervorrufen. Daher muss auch eine Selbstevangelisierung praktiziert werden (EN, 56). Im 13. Jahrhundert, das als Blütezeit der christlichen Gesellschaft gilt, macht sich der heilige Franz von Assisi auf den Weg, um das Evangelium zu verkünden. Er macht die Weihnachtskrippe als Mittel der Evangelisierung populär: Dabei handelt es sich zunächst um eine lebende Krippe, in der die Figuren des Evangeliums von den Dorfbewohnern gespielt werden. Die Evangelisierung erfolgte also durch die Einbeziehung der Gläubigen und eine aktive Pädagogik. Als der heilige Vinzenz von Paul die „Missionen” in den Städten und Dörfern ins Leben rief, tat er dies in einer Gesellschaft, die im 17. Jahrhundert den Höhepunkt der katholischen Gegenreformation erlebte, die er jedoch als wenig tiefgreifend evangelisiert betrachtete. Ein weiterer Bereich der Gläubigen sind die Nichtpraktizierenden, „Getaufte, die vielfach ihre Taufe nicht ausdrücklich verlegnen, sie aber als Nebensache betrachten und nicht leben” (EN, 56). Wie Papst Paul VI. schreibt, „läßt die Kirche auch nicht nach in der unermüdlichen Sorge für jene, welche den Glauben bereits empfangen haben und oft schon seit Generationen Verbindung mit dem Evangelium haben“ (EN, 54). Davon zeugen diejenigen, die in unserer Kirche einen Neuanfang wagen. So findet das Evangelium trotz Widerständen aus vielen Gründen seinen Weg in die Herzen der Menschen, unabhängig von ihrer Situation.
6. Wer evangelisiert?
Die ganze Kirche
Die ganze Kirche ist missionarisch ausgerichtet (EN, 59). Daraus folgt, dass die Evangelisierung ein kirchliches und nicht nur ein individuelles Tun ist. Daraus lernen wir auch, dass „kein Verkünder des Evangeliums absoluter Herr seiner Glaubensverkündigung ist” (EN, 60). Diese Evangelisierung findet im Rahmen der Weltkirche statt, geht jedoch von den Teilkirchen aus (EN, 61-62). So kann die Botschaft des Evangeliums „in die Sprache, die diese Menschen verstehen, übersetzt und dann in dieser Sprache verkündet werden” (EN, 63). Dies erfordert eine Einheit, die laut Papst Leo nicht leicht zu erreichen ist: „In vielen Situationen erleben wir Konflikte, Polarisierungen, Missverständnisse und gegenseitiges Misstrauen. Wenn dies auch in unseren Gemeinschaften geschieht, wird ihr Zeugnis geschwächt.“ Um aus Konflikten herauszukommen, braucht es eine Kirche „die hinaus geht“, wie Papst Franziskus es formuliert hat, d. h. eine Kirche, die sich von ihren internen Anliegen löst, um sich den Randgebieten der Welt zuzuwenden und sich in den Dienst der Mission und der Menschheit zu stellen. Es braucht eine Kirche, die offen ist, insbesondere gegenüber Neuankömmlingen. Aus diesem Grund hat die Bischofskonferenz folgendes Thema für den synodalen Prozess gewählt: „Eine einladende Kirche: Was lernen wir von den Neuankömmlingen in der Kirche? Womit überraschen sie uns?“
Vom Papst bis zu den Ordensleuten
In dieser Hinsicht kommt dem Papst eine wichtige Rolle zu: „Der Nachfolger des Petrus ist so nach dem Willen Christi in besonderer Weise mit dem Dienstamt beauftragt, die offenbarte Wahrheit zu lehren“ (EN, 67). Bischöfe und Priester sind in besonderer Weise für die Evangelisierung verantwortlich (EN, 68); Priester stehen aufgrund ihrer Ausbildung, ihrer Weihe und ihrer pastoralen Kontakte an vorderster Front der Evangelisierung vor Ort. Das Gleiche gilt für Ordensleute: „Durch ihre Ganzhingabe im Ordensstand sind sie im Höchstmaß frei und willens, alles zu verlassen und hinzugehen, um das Evangelium zu verkünden bis an die Grenzen der Erde. Sie sind voll Unternehmungsgeist, und ihr Apostolat ist oft von einer Originalität, von einer Genialität gekennzeichnet, die Bewunderung abnötigen“ (EN, 69).
Die Laien
Was die Laien betrifft: „das eigentliche Feld ihrer evangelisierenden Tätigkeit ist die weite und schwierige Welt der Politik, des Sozialen und der Wirtschaft, aber auch der Kultur, der Wissenschaften und Künste, des internationalen Lebens und der Massenmedien, ebenso gewisse Wirklichkeiten, die der Evangelisierung offenstehen, wie Liebe, Familie, Kinder- und Jugenderziehung, Berufsarbeit, Leiden usw.“ (EN, 70). Die Familie ist daher wichtig für die Evangelisierung: „Im Schoß einer Familie, die sich dieser Sendung bewußt ist, verkünden alle Familienmitglieder das Evangelium, und es wird ihnen verkündet“ (EN, 71). Besondere Aufmerksamkeit gilt den Jugendlichen: „Im übrigen gilt natürlich, daß die Jugendlichen, selbst im Glauben und im Gebet fest begründet, immer mehr selber zu Aposteln für die Jugend werden müssen“ (EN, 72). Manchmal „werden Verkünder des Wortes Gottes ihrer Rechte beraubt, verfolgt, bedroht und getötet, nur weil sie Jesus Christus und sein Evangelium verkünden“: Verfolgung gibt es auch heute noch, und unser Land nimmt Flüchtlinge auf, die Opfer dieser Bedrohungen sind.
Die Evangelisierung geschieht auch in der Gemeinschaft, dank kreativer Minderheiten, die man in neuen spirituellen Bewegungen findet. Oder dank Menschen, die sich erheben und unerwartet mit einem überraschenden Charisma auftreten. Sie geschieht dank Pfarrgemeinden, Pfarrverbänden, Seelsorgezentren und Wallfahrtsorten.
Die Laienämter
Der Papst macht auch auf die eingesetzten Laienämter aufmerksam: „die Kirche erkennt sicher auch die nicht an eine Weihe gebundenen Dienste an; diese müssen der Kirche freilich einen besonderen Nutzen gewährleisten. Ein Blick auf die Ursprünge der Kirche macht vieles klar und erlaubt, eine alte Erfahrung bei den Dienstämtern aufzugreifen. Diese Erfahrung ist um so wertvoller, weil sie es der Kirche erlaubte, zu wachsen, sich zu festigen und auszubreiten. (…)
Solche Ämter, (…) z. B. das Amt des Katecheten, des Vorbeters, des Vorsängers, der Christen, die sich zum Dienst am Wort Gottes oder zur Hilfstätigkeit für den Bruder in Not bereitstellen, das Amt des Leiters kleiner Gemeinschaften, des Verantwortlichen apostolischer Bewegungen oder der übrigen verantwortlichen Leiter –, sind alle wertvoll für die Einpflanzung, das Leben und Wachsen der Kirche, für die ihr eigene Fähigkeit, in ihre Umgebung und bis hin zu den Fernstehenden auszustrahlen. Wir schulden besondere Wertschätzung auch alle den Laien, die es auf sich nehmen, einen Teil ihrer Zeit, ihrer Kraft und zuweilen ihr ganzes Leben für die Arbeit in den Missionen zur Verfügung zu stellen. (…) Es ist Unser ausdrücklicher Wunsch, daß die Bischöfe in ihren Teilkirchen auf eine entsprechende Ausbildung all jener achten, die im Dienst des Wortes stehen. Dies ist ein Aspekt, den wir in unserer Diözese seit der Öffnung der Laienämter für Frauen besonders hervorheben.
7. Der Geist der Evangelisierung
Die Evangelisierung wird vom Heiligen Geist beseelt. Sie ist nicht nur unser Werk oder das Ergebnis unserer Organisation. So geschah es am Pfingsttag: „Die Apostel brechen in alle Welt auf, um das große Werk der Evangelisierung der Kirche zu beginnen. Dank der Unterstützung des Heiligen Geistes wächst die Kirche.“ Der Papst betont die Rolle der Liebe bei der Verkündigung des Evangeliums: „Das Werk der Evangelisierung setzt im Verkündiger eine stets wachsende geschwisterliche Liebe zu denen Menschen, denen er das Evangelium verkündet“ (EN, 79). Das Direktorium über die Katechese betont die Gegenseitigkeit und Wechselseitigkeit im Evangelisierungsprozess. Dieser erfordert einen Raum für Dialog, angesichts der Vielfalt der Menschen, denen wir begegnen, und der Fragmentierung unserer Gesellschaften. Es geht darum, auf die Begleitung der Evangelisierenden in einem synodalen Ansatz zu setzen. Es geht ebenso darum, die Neuankömmlinge in den sogenannten „Lebensübergängen”, d. h. den neuen Lebensabschnitten, zu begleiten.
Es ist wichtig, sich Gott durch Gespräche im Geiste anzuvertrauen: Man geht reihum und äußert sich nacheinander, dann reagiert man in einer zweiten Runde; schließlich versucht man in einer dritten, eher informellen Runde Gemeinsamkeiten zu formulieren. Der Heilige Geist spricht auch durch die Vielfalt der Ansätze. Die Ökumene wertet die missionarische Dimension des Glaubens auf, indem sie die verschiedenen Konfessionen in ihrer Übereinstimmung über ihre Unterschiede hinweg vereint. Die Einheit in der Kirche ist eine Grundlage der Mission, wie uns Papst Leo XIV. für den Missionsmonat in Erinnerung ruft: „Die Evangelisierung verwirklicht sich, wenn die lokalen Gemeinschaften miteinander zusammenarbeiten und wenn die kulturellen, spirituellen und liturgischen Unterschiede sich voll und ganz und harmonisch im selben Glauben ausdrücken“.
Schlussfolgerung
Lassen Sie uns diese Fastenzeit zu einer Bekehrung zur Evangelisierung machen. Öffnen wir unser Herz für die Botschaft Jesu, folgen wir seinem Weg auf der Suche nach dem Reich Gottes und widmen wir uns dem Gebet. Seien wir Zeugen in unserem Alltag, durch unsere Taten und Worte. Leben wir bescheiden und üben wir uns im Fasten, um unsere Triebe zu beherrschen und sie auf die Liebe auszurichten. Hören wir auf sein Wort und teilen wir es in geistlichen Gesprächen. Machen wir den ersten Schritt auf diejenigen zu, die Hilfe brauchen, und üben wir Nächstenliebe in Solidarität mit den Armen. Leben wir in der Kirche in gemeinschaftlicher Freundschaft. Begleiten wir Christus in seiner Passion während der Karwoche.
In diesem Zusammenhang möchte ich alle an Richtlinien zur Fastenzeit erinnern: das Fasten am Aschermittwoch (18. Februar) und am Karfreitag (3. April), die Beichte der schweren Sünden und die Kommunion an Ostern .
So können wir die Auferstehung Christi zu Ostern voller Freude feiern. Werden wir zu seinen Zeugen, wie die Jünger zu Pfingsten. Auf diese Weise werden wir einen österlichen Weg im Sinne der Verkündigung des Evangeliums und der Weitergabe des Glaubens an den auferstandenen und lebendigen Christus gehen, heute und in Ewigkeit.